unsere "Alte Schule"
. . . und aus uns allen ist was geworden :-)
Die „Volksschule“ in Neuwiedermuß

Volksschule bezeichnet eine Schulform, in der man nach acht Schuljahren den sogenannten Volksschulabschluss bzw. Hauptschulabschluss erwarb. In Hessen gab es das anscheinend bis 1966. Ab dem Schuljahr 1966/67 wurde die „Volksschule“ mit den Klassen 1-8 zur Grundschule mit den Klassen 1-4 in Neuwiedermuß. Im Schuljahr 1966/67 erfolgte auch die Umstellung der Einschulung von nach den Osterferien zu nach den Sommerferien. Deshalb konnten die Schüler in dieser Zeit zwei Kurzschuljahre durchlaufen und wir (siehe Bild) im Sommer 1968 schon in die 5. Klasse in einer weiter führende Schulen wechseln.

Gemeinschaftsunterricht war selbstverständlich
Sämtliche Schüler in Neuwiedermuß passen bequem in einen Klassenraum. Die Volksschule Neuwiedermuß gehörte mit Sicherheit zu den kleinsten Schulen im damaligen Kreis Hanau.


Eigentlich eine Zwergschule
Als wir 1965 eingeschult wurden, gab es noch 8 Klassen (in einem Raum bei einem Lehrer !!!). Insgesamt waren es ca. 40 Schüler, genau weiß ich das nicht mehr. Ab dem Herbst 1967 nur noch 4 Klassen mit einem Lehrer. Die Schülerzahl schwankte so um die 20 Schüler.

Einschulung_1965

Das Bild zeigt die „erste Klasse“ von 1965. Aufgenommen wurde es am 21.04.1965 von Lehrer Wacker. In der oberen Reihe sind Dieter Ebert, Cornelia Grasmück, Kathrin Hein und Klaus-Dieter Volz - in der unteren Reihe Peter Schart, Dieter Ertl und Berthold Reidel zu sehen.

Hier das Bild in größerer Version -
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Der Sportunterricht fand im Sommer bzw. bei schönem Wetter immer im Freien statt. Es gab ja noch kein Neubaugebiet am Eisick und so wurde auf den angrenzenden Wiesen Sport getrieben. Staffel-Läufe machten wir immer hoch bis zum Friedhof und zurück, das war dann doch ganz schön anstrengend. Im Winter wurden im großen Raum die Tische etwas beiseite geräumt und Matten ausgelegt. Somit war der Klassenraum zur Turnhalle umfunktioniert, toppp.

Züchtigungen, zwar verboten, aber bis Anfang der 1970er Jahre noch durchgeführt waren durchaus üblich (Hessen vorn . . . !). Hinter dem Ofen befand sich der Stock. Wir Erstklässler mussten 1966 mit Ansehen wie Lehrer Wacker den einen oder anderen über den Tisch legte und mit „Onkel Jonat“, so nannte er den Stock, drauf los schlug. Auch Lehrer Hensel machte mit einem anderen Stock später davon Gebrauch, es traf aber dann nur noch einen wegen nicht gemachter Hausaufgaben.

Fazit der einklassigen "Volksschule" (das war schon eine Gemeinschaftsschule)
Die Lehrer hatten die Sache im Griff. Sie mussten sich auf mehrere Altersstufen schnell einstellen können. Ältere Schüler mussten jüngere unterrichten. Den Schülern (und pardon Schülerrinnen) ist diese Mischung aus gemeinsamen Unterricht und unterschiedlichen Leistungsstufen nicht schlecht bekommen.

Zeugnis klein


Die Lehrer unserer Schule

Lehrer Fucker bis (?), Lehrer Wacker bis Schuljahr 1965/66,
danach Lehrer Hensel bis 1974